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Kids on Stage - Die Entscheidung

03.06.2008

kids on stage: die Entscheidung

  

Zürcher Oberländer, 3.6.2008Logbuch Nick Lindt

Tages-Anzeiger . Dienstag, 3. Juni 2008; OBERLAND

Eine Wucht, die Gotthard vor Neid erblassen liesse

Nach mehreren Workshops mit ausgewählten Bands traten fünf 25-köpfige Kinderchöre am Kinds on Stage in Uster auf. Die Sieger dürfen am Openair Hoch-Ybrig spielen.


Von Lukas Messmer


Uster. - Prakesh treten als Erste auf: hart, grobe Riffs, mit Rap-Einlagen. Die Mamis und Papis hinten im Saal runzeln verhalten die Stirn. Wahrscheinlich haben sie sich einen Kinderchor mit Band anders vorgestellt. Beim zweiten Song kommen die Kinder auf die Bühne. Die Band spielt wie ausgewechselt, zart und zahm. Beim dritten Song schlägt die Stimmung wieder um.
So ist der Abend organisiert, zuerst spielt eine Band einen Warm-up Song, dann betreten die Kinder die Bühne und die Band performt mit ihnen zwei eingeübte Lieder. Dazwischen moderieren die zwei Organisatoren, Marisa und Walti Dux, mit viel Humor und Situationskomik.

Schwieriger Entscheid für die Jury

Wer bei Kids on Stage mitmachen wollte, konnte sich auf einer Homepage für die gewünschte Band anmelden. Nach Zufallsprinzip wählten die Veranstalter die Kinder dann aus. Es folgten drei Workshops, in denen die Kinder auch die Bandräume besuchen durften und zwei Songs einübten, sich ein Bühnenoutfit ausdachten

Kids on Stage: Prakesh
BILD LUKAS MESSMER

Ein Kinderchor einmal anders. Zusammen mit der Band Prakesh performten die Kinder auf der Bühne.
Der Weg ist das Ziel

«Wer zahlt das denn alles?» Dies hätten ihn einige Kinder in der Pause gefragt, erzählt Walti Dux dem Publikum. Eine gute Frage, denn alles ist gratis. Nachdem der Anlass schon dreimal im kleineren Rahmen durchgeführt worden war, ist die Event-Reihe in diesem Ausmass erst mit zusätzlichen Mitteln möglich.
Das Geld stammt von der Drosos-Stiftung aus Zürich. «Wir unterstützen das Projekt über die nächsten drei Jahre mit mehreren 100 000 Franken», erklärt der stellvertretende Geschäftsführer Christoph Breitenmoser. Sie seien eine Förder- und keine Vergabestiftung, darum sei man aktiv auf das Projekt Kids on Stage zugegangen. «Ich bin beeindruckt, in jeder Beziehung», erklärt Breitenmoser. Das töne zwar etwas abgedroschen, aber bei dem Projekt sei wirklich der Weg das Ziel.

Davon ist auch Organisator Walti Dux überzeugt: «Wir wollen Jugendlichen einen anderen Zugang zur Musik zeigen.» Die Jugendlichen zwischen 10 und 16 Jahren hätten genau dies gewollt. Doppelt so viele Anmeldungen seien eingegangen, wie es Plätze gab. Diejenigen, für die es nicht gereicht hat, dürfen sich auf nächstes Jahr freuen: Sie werden zuerst berücksichtigt. Allerdings spielen dann neue Bands, darunter auch einige bekanntere Namen wie Telaphones und Tempesta.
und - zumindest die einen - auch noch eine Choreografie einstudierten.
Auf Prakesh folgt Sängerin Jacqueline Blouin mit einem reinen Mädchenchor, die Kinder bleiben eher im Hintergrund. Darauf spielt Frantic, die leichten Britpop zum Besten geben, aber auch hier kommt der Kinderchor nicht wirklich zur Geltung. Poker Alice dröhnt mit klassischem Hardrock von der Bühne, der Dress ist EM-getreu in Rot und Weiss gehalten. Funkig und mit einem eigens für den Abend komponierten Song in Mundart tritt als Letzter Deean auf. Und das erste Mal an diesem Abend stehen die Kinder gesanglich im Vordergrund. Die Misstöne verzeiht man ob dem vielen Herzblut gerne, das alle Kinder an diesem Abend in ihre Performance stecken.

Die Jury, Padi von Mash, Yvonne Moore und Steve Lee von Gotthard, kürte den Gewinner. «Es war schwierig und der Entscheid sehr knapp», sagt Lee auf der Bühne und liess die Katze aus dem Sack: «Der Sieger ist Deean!» Ein Tosen bricht los, Jubelgeschrei, die Kinder stürmen auf die Bühne. Einen Sieg hätte Deean nicht erwartet. «Wir dachten, wir stellen uns hinten an, denn wir sind nur eine Band von vielen», erklärt die Band. Sie hätten im Gegensatz zu den anderen Bands die Kinder in den Vordergrund gestellt. Die Arbeit mit den Kindern sei wunderbar gewesen, gleich bei der ersten Probe habe man den Draht zueinander gefunden. «Musik verbindet eben tatsächlich», sagt Sänger Deean lächelnd.

 

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Erschienen am Dienstag, 03.06.2008 © «Anzeiger von Uster»